
- (c) Maren Beßler, pixelio.de
Grünkohl
Zutaten (für 4 Personen):
- 1 kg Grünkohl
- 3 EL Hafergrütze
- 100 g Schweineschmalz
- 1 TL Zucker
- 1 EL Senf (mittelscharf)
- 3 große Zwiebeln
- 1/2 L Wasser (nach Bedarf)
- 500 g durchwachsener, geräucherter Speck
- 4 kleine Pinkelwürste
- Salz und Pfeffer
Kohl von Stielen und Strünken befreien und mehrfach gründlich waschen. 5 Minuten in kochendem Wasser brodeln lassen. Danach kräftig ausdrücken und auf einem Brett fein schneiden. Schmalz in einem Topf erhitzen und die abgezogenen und Würfel geschnittenen Zwiebeln darin andünsten. Kohl ebenfalls in den Topf füllen und mit anschmoren.
Speck, Senf und Hafergrütze sowie Zucker dazugeben und mit Wasser auffüllen. Alles ca. 1 1/2 bis 2 Stunden dünsten lassen. Kommt der Kohl aus der Gefrietruhe reicht weniger Garzeit. In der letzten halben Stunde kommt die Pinkelwurst dazu. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zu Grünkohl werden salz- oder Bratkartoffeln gegessen. Lecker dazu ist ein friesisch-herbes Jever Pilsener!
Guten Appetit!
Repzept aus: Hanne Klöver: "Van Pottjekiekers und Pottjeslikkers - Ostfriesland kocht" Verlag Soltau-Kurier-Norden, 2004

- (c) Günter Havlena, pixelio.de
Puffert un Peer
Zutaten:
- 30 g Hefe
- 1 TL Zucker
- ½ L Milch, lauwarm
- 800 g Mehl
- 3 Eier
- 1 EL Schmalz (Ersatz Butter)
- Salz
Dazu: Vanillesoße und angedickte, warme Birnen
Hefe, Zucker und 4 EL lauwarme Milch miteinander verrühren und 10 Min stehen lassen. Restliche Milch, Mehl, Eier, etwas Butter, etwas Salz miteinander verrühren. Hefemilch hinzu geben und gut durchrühren. Teig an warmen Ort zugedeckt gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. In einem hohen Topf ca. eine Handbreit Wasser zum Kochen bringen. Teig gut durchkneten und zum Kloß formen. In ein Küchentuch legen und dieses unter den Deckel hängen. Das Handtuch wird an den Griffen des Topfes befestigt. Der Mehlpütt darf aber nicht in das Wasser reichen, sondern sollte paar Zentimeter darüber hängen. Der kochende Wasserdampf strömt nun an dem Hefekloß vorbei und bringt den Teig zum Garen. Garzeit beträgt ca. 45 Min.
Der Hüdel (Mehlpütt, Puffert oder Klütje) muss heiß serviert werden.
Dazu wird Vanillesauce mit heißen Birnen gereicht. Guten Appetit!
Krintstuut (Rosinenbrot)
Zutaten:
- 500 g Weizenmehl
- 20 g Hefe
- 250 ml lauwarme Milch
- 80 g Butter
- 1 Ei
- 80 g Zucker
- 100 g Rosinen
- 100 g gehackte Mandeln
- zum Bestreichen: Milch
Hefe mit etwas Zucker in lauwarmer Milch anrühren. Mehl in eine Schüssel geben, in der Mitte eine Vertiefung bilden und die Hefemilch hineingießen. Zugedeckt an einem warmen Ort 15 Minuten gehen lassen. Dann die restliche Milch mit der darin aufgelösten Butter, dem verschlagenen Ei und dem restlichen Zucker hinzugeben. Alles zu einem glatten Teig verkneten. Zum Schluss Rosinen und Mandeln unterarbeiten. Zugedeckt ca. 30 Minuten gehen lassen. Anschließend in eine gefettete Kastenform (30 cm lang) geben, mit Milch bestreichen und nochmals 15 Minuten gehen lassen.
Bei 200 Grad etwa 45 Minuten im Ofen backen. Nach der Hälfte der Backzeit ein Stück Alufolie über die Form legen, damit die Oberfläche des Rosinenstutens nicht zu braun wird.
Rezept aus: Hanne Klöver: "Van Pottjekiekers und Pottjeslikkers - Ostfriesland kocht" Verlag Soltau-Kurier-Norden, 2004
Insett Bohnen und Schnippelbohnen
Zutaten für Insett Bohnen:
- 750 g Schnippelbohnen (siehe unten)
- 500 g luftgetrockneter Speck
- 4 Mettwürstchen bzw. entsprechend Kasseler (ca. 500 g)
- Kartoffeln
- Pfeffer und Salz
Zubereitung :
Schnippelbohnen waschen, kurz aufkochen und abgießen, dann wieder mit frischen Wasser aufsetzen und 1,5 Stunden mit dem Speck und den Mettwürsten kochen. In den letzten 20 Minuten die Kartoffeln zugeben und entsprechend zu Ende garen. Ist alles gar, wird das Fleisch herausgenommen und die restlichen Zutaten zerstampft. Zum Abschluss mit Salz und Pfeffer würzen.
Zutaten für Schnippelbohnen:
- frische grüne Bohnen
- Salz
- Weinblätter
- Steintopf
Zubereitung:
Zu diesem Einmachrezept nimmt man am besten weichschalige Bohnen ohne Fäden. Die Bohnen werden dann geschnitten und in einem Steintopf, dessen Boden mit Salz bedeckt ist, etwa 4 cm hoch geschichtet. Nun streut man soviel Salz darüber, bis sie gut bedeckt sind. So geht es Schicht um Schicht. Zum Schluß legt man obenauf eine Schicht Weinblätter und ein mit einem Stein beschwertes Brett. Dieser so gefüllte Steintopf wird etwa 14 Tage kühl aufbewahrt, dabei sollte darauf geachtet werden, daß die Bohnen mit der sich gebildeten Lake bedeckt sind. Nun werden die Weinblätter entfernt und die Bohnen mit einem Leinentuch abgedeckt. Etwa 6 Wochen stehen lassen dabei Tuch und Brett von Zeit zu Zeit säubern.
Quelle: www.ostfriesen-info.de
Teecreme
Zutaten:
- 4 EL Earl Grey (oder Ostfriesentee) auf
- 300 ml Wasser
- 3 kleine Orangen
- 100 ml Orangenlikör
- 500 g Joghurt
- 400 g Schlagsahne
- 5 Eiweiß
- 5 Eigelb
- 1 P. Bourbon Vanillezucker
- 50 g Rohrzucker
- 12 Bl. Gelatine
Tee mit heißem Wasser aufgießen. Nachdem er 5 Minuten gezogen hat, absieben und erkalten lassen. Währenddessen den Saft der Orangen, den Orangenlikör, den Joghurt und die steif geschlagene Sahne nach und nach miteinander vermengen. Den Bourbon Vanillezucker je zur Hälfte mit dem Eiweiß und Eigelb schlagen. Alles vorsichtig unter die Joghurtmasse heben und unterrühren. Die Gelatine mit etwas Wasser nach Packungsanweisung zubereiten. Unter Rühren erkalten lassen und vorsichtig etwas von der Masse unterheben. Dann alles in die restliche Masse einrühren. Die Creme im Kühlschrank einige Stunden kalt stellen.
Ostfriesentorte
Zutaten:
6 Eier
200 g Zucker
1 P. Bourbon
Vanille-Zucker
6 EL heißes Wasser
125 g Weizenmehl
125 g Speisestärke
1/2 P. Backpulver
1 Prise Salz
4 EL Branntweinrosinen-Sud
Belag:
2 bis 3 Tassen Branntweinrosinen,
600 ml Sahne
3 P. Sahnesteif
6 EL Branntweinrosinen-Sud
Eier trennen. Eigelb mit Zucker und Vanille- Zucker schaumig schlagen, heißes Wasser zugeben. Mehl und Speisestärke mit Backpulver und Salz vermischen. Alles auf die Creme sieben und unterrühren. Eiweiß steif schlagen und unterheben. 4 EL Branntweinrosinen-Sud dazugeben. Springform mit Papier auslegen. Teig in die Form füllen und bei 170 Grad 30 Min. backen. Den abgekühlten Biskuitboden zweimal waagerecht durchschneiden. Sahne und Sahnesteif schlagen. 6 EL vom Sud unterrühren. Den unteren Boden mit einem Drittel der Sahne bestreichen und mit Branntweinrosinen belegen. Die zweite Biskuitplatte obenauf legen und ebenso verfahren. Die dritte Platte aufl egen und die Torte rundum mit Sahne bestreichen und verzieren.

- (c) Theesfeld / pixelio.de
Rullkes - Neujahrskuchen
Zutaten:
- 300 g Zucker oder Kandis
- 0,5 l abgekochtes Wasser
- 250 g zerlassene Butter
- 500 g Weizenmehl
- 7,5 g Kardamom gemahlen
- 15 g Anis gemahlen
- evtl. zusätzlich 1 EL Anissamen ungemahlen
- 3 Eier
Zucker in heißem Wasser auflösen und abkühlen lassen. Butter verflüssigen und abkühlen lassen. Dann Butter mit Handmixer schaumig schlagen und nach und nach Eier, Gewürze, Zuckerlösung und Mehl zugeben. Der Teig sollte leicht vom Löffel gleiten. Eine Nacht stehen lassen, danach Löffelprobe machen (nicht flüssig genug: noch Wasser hinzugeben). Teig auf Neujahrskucheneisen verteilen, dünn ausbacken, mit einer Gabel fassen, herausnehmen und sofort zu einer spitzen Tüte zusammendrehen (wird schnell hart). Noch während des Erkaltens die Neujahrskuchen in eine große Blechdose geben, um sie kross zu halten. Immer in geschlossenen Behältern lagern, da die Kuchen schnell Wasser ziehen.
Rezept aus: Hanne Klöver: "Van Pottjekiekers und Pottjeslikkers - Ostfriesland kocht" Verlag Soltau-Kurier-Norden, 2004
Speckendicken zu Silvester
Einfach mal probieren - eine echte Köstlichkeit.
Speckendicken sind eine Art Eierkuchen und eine wohlschmeckende und gehaltvolle Mahlzeit. Als lokale Spezialität werden sie besonders im südwestlichen Ostfriesland (Rheiderland) und Groningen in der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester gegessen.
Aus Tradition wird zu Silvester meist den ganzen Tag über am Speckendicken-Vorrat gebacken, um dann die frischen, noch warmen Speckendicken zu Mittag oder zum Sylvesterfeiern mit der Familie und Nachbarn zu essen. In den folgenden Tagen wird der Rest kalt verzehrt.
(Quelle: www.wikipedia.de)
Hier können Sie Speckendicken auf traditionelle Art und Weise probieren: Rhauderfehn
Rezept für Speckendicken:
- 750g Speckendickenmehl (In Ostfriesland gibt es das fertig zu kaufen. Es besteht aus 500g Roggenschrot und 250g Weizenmehl)
- 150g Rübensirup
- 1 Esslöffel Zucker
- 3 Eier
- je 1 Päckchen (7,5 g) Anis und Kardamom
- 1 Päckchen Backpulver
- 1 Liter Milch
- 1 Prise Salz (ca. 1/2 Teelöffel)
- 250g fetter Speck
- 3 Ringmettwürste (nicht zu trocken)
- Bratenfett, z.B. Palmin
Die Zubereitung:
Alle Zutaten (außer Wurst, Speck und Fett) in einer Rührschüssel ordentlich verrühren. Vorerst nur ¾ Liter Milch verwenden. Der Teig muss dann einen Tag kühl stehen.
Am nächsten Tag den Teig mit etwas Milch verdünnen. Er sollte allerdings nicht zu dünn sein. (Das ist schwer zu beschreiben, wie er sein muss. Ist Erfahrungssache...)
Die Mettwurst in ca. 2-3 mm dünne Scheiben schneiden. Mit dem Speck ebenso verfahren. Jetzt einen guten Esslöffel Fett in einer Pfanne richtig gut erhitzen.
Jetzt legt man für jeden Speckendicken ein Stück Fett in die Pfanne und gibt einen Esslöffel Teig darauf. Darauf gibt man dann 2 Scheiben Wurst. Den Teig kurz anbraten und dann wenden. Jetzt sollte man den Speckendicken flach drücken und wieder kurz anbraten.
Man muss schon sehr genau aufpassen, dass die Speckendicken nicht anbrennen oder zu dunkel werden. Aber nach ein paar Versuchen bekommt man ein Gefühl dafür. Wichtig ist, dass die Speckendicken immer in Fett schwimmen. Dann werden sie später nicht so trocken und schmecken länger.
Wenn man sie das erste Mal macht, sollte man ein paar Proben machen und probieren. Sie sollten goldbraun aussehen. Wenn sie kalt werden, dunkeln sie noch nach. Also nicht wundern. Am besten schmecken mir Speckendicken lauwarm. Aber das ist wie immer Geschmackssache.
Einfach mal probieren, eine echte Köstlichkeit.
Ein kleiner Tipp: Macht beim Backen alle Fenster in der Küche auf und die Türen zu. Ihr werdet schon sehen warum ;-)
(Quelle: www.ciao.de/Das_Kochbuch_aus_Ostfriesland_von_der_Haar_Annelene__Test_3034579)
Ostfriesland kocht
Van Pottjekiekers un Pottjeslikkers - Das Standard-Werk der ostfriesischen Küche, mit zahlreichen Bilder aus Ostfriesland. Von Hanne Klöver, Edition Ostfriesland Magazin, Gebundene Ausgabe, 159 Seiten.
Kurzkrimis und ostfriesische Rezepte
Spannende Kurzkrimis aus dem Mordwesten und leckere Rezepte aus Ostfriesland (je 9,90 Euro): "Friesisches Mordkompott - Herber Nachschlag" (deftige Rezepte) und "Friesisches Mordkompott - Süßer Nachschlag" (süße Rezepte).







