Friesensport
Wer denkt, typisch ostfrie- sische Sportarten seien Wattwandern oder Tee- beutelweitwurf, der täuscht sich gewaltig! Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten die Friesen einige ganz eigentümliche Spiele, bei deren Betreiben von der sonst so sprichwörtlichen "norddeutschen Reserviert- heit" wenig zu spüren ist. Einige dieser Sportarten stellen wir Ihnen hier vor.
Boßeln - Ostfrieslands Nationalsport
Beim Boßeln wird eine Kugel aus Holz oder Gummi von neun bis zwölf Zentimeter Durchmesser mit voller Kraft über die Straße geworfen. Die Wurftechnik ähnelt der des Kegelns. Spitzenkönner treiben die Bosselkugel 400 Meter weit.
Klootschießen über zugefrorene Wiesen
Auch beim Klootschießen sind die "Käkler" und "Mäkler" (vgl. Boßeln) wieder zur Stelle. Das Klootschießen ist ein Feldkampf, der auf überfrorenen Weiden stattfindet. Eine 5,6 cm dicke, mit Blei ausgegossene Holzkugel wird von einem Absprungbrett aus hoch in die Luft geschleudert.
Schleuderballweitwurf mal etwas anders
Beim Schleuderballweitwurf gelten die Bedingungen des Deutschen Turnerbundes. Mit ihrem Friesenwurf - statt des allgemein bekannten Rundwurfes - erreichen die Friesen enorme Weiten. Die Friesen stellen regelmäßig den deutschen Meister im Schleuderballweitwurf.
Mit dem Schlitten durch den Schlick
Die Schlickschlittenmeisterschaften erinnern an eine alte ostfriesische Tradition von Fischern, die damals auf ihren Schlickschlitten zu den Stellnetzen draußen im Watt glitten, um die Reusen mit frischgefangenem Fisch zu leeren. Heute geht es dabei vor allem um Spaß.
Pulsstock bzw. Padstockspringen
Die wahrscheinlich kurioseste ostfriesische Sportart: Mit einer 3 bis 5 Meter langen Stange werden - wie beim Stabhochsprung - Kanäle oder Tiefs überquert. Der Ursprung ist ganz pragmatisch: Um in alten Zeiten von A nach B zu gelangen, musste man viele Wasserläufte überqueren.










